Donnerstag, 9. Juni 2011

Eine Frage der Veranlagung

„Es gibt Licht genug für die, welche nichts anderes wollen als sehen, und Dunkelheit genug für die, welche eine entgegengesetzte Veranlagung haben.“

Pensées, Pascal

Montag, 6. Juni 2011

Der neue Mensch, das große Tier

„Es ist gefährlich, den Menschen zu sehr merken zu lassen, wie sehr er den Tieren gleicht, ohne ihm seine Größe zu zeigen. Es ist auch gefährlich, ihn zu sehr seine Größe fühlen zu lassen, ohne ihm seine Niedrigkeit zu zeigen. Es ist noch gefährlicher, ihn über beides in Unkenntnis zu lassen. Aber es ist sehr vorteilhaft, ihm beides vor Augen zu stellen.“

„Der Mensch ist weder Engel noch Tier, und das Unglück will es, daß wer einen Engel aus ihm machen will, ein Tier aus ihm macht.“

Pensées, Pascal

Donnerstag, 2. Juni 2011

Die Süßigkeit des Ruhmes

„Die Eitelkeit ist so tief im Herzen des Menschen verankert, daß ein Soldat, ein Troßbube, ein Koch, ein Lastträger sich rühmt und seine Bewunderer haben will; und die Philosophen selbst wollen welche haben; und die, welche dagegen schreiben, wollen den Ruhm haben, gut geschrieben zu haben; und die es lesen, wollen den Ruhm haben, es gelesen zu haben; und ich, der ich dieses schreibe, habe vielleicht auch dieses Verlangen; und jene, die es lesen werden …“

„Wir sind so anmaßend, daß wir von der ganzen Welt gekannt sein wollen, sogar von denen, die kommen werden, wenn wir nicht mehr sind. Und wir sind so eitel, daß die Achtung von fünf oder sechs Personen, die uns umgeben, uns ergötzt und befriedigt.“

Pensées, Pascal

Mittwoch, 1. Juni 2011

Der Krieg in uns

„Dieser innere Krieg der Vernunft gegen die Leidenschaft hat bewirkt, daß die, welche den Frieden wollen, sich in zwei Sekten geteilt haben. Die einen haben den Leidenschaften entsagen und Götter werden wollen; die anderen haben der Vernunft entsagen und Tiere werden wollen. Aber sie haben es nicht vermocht - weder die einen noch die anderen; und noch immer ist die Vernunft da und klagt die Niedrigkeit und Ungerechtigkeit der Leidenschaften an und stört die Ruhe derer, die sich an diese verlieren; und die Leidenschaften sind noch immer lebendig in jenen, die ihnen entsagen wollen.“

Pensées, Pascal