Mittwoch, 18. April 2012

NOVA APOCALYPSIS

ENDCHRIST ENDCHRIST DU WURDEST ZUM SPOTT
STATT DEINER KOMMT DER FLIEGENGOTT
LARVEN AUS FAULENDEN HIRNEN GEKROCHEN
SIND NUN INS LEBEN HEREINGEBROCHEN
BREITEN SICH DREIST ÜBER ALLE GASSEN:
"DAS REICH IST UNSER, WIR KOMMEN IN MASSEN;
DER GEHT NOCH AUFRECHT - REISSET IHN UM,
DER HAT NOCH EIN ANTLITZ - ZERRET ES KRUMM,
DER SCHREITET NOCH - ER SCHLEICHE UND HINKE
DER SCHAUT NOCH - MACHT DAS ER SCHIELE UND ZWINKE
KEIN ARM: WIR BRAUCHEN NUR TASTER UND GREIFER
KEIN BLUT: WIR BRAUCHEN NUR GALLERT UND GEIFER.
HINWEG MIT SEELEN, MIT HÖHEN UND HIMMELN
WIR BRAUCHEN NUR STAUB: WIR, DIE KRIECHEN UND WIMMELN"
Stefan George
(vermutlich letzte Dichtung)

Montag, 19. März 2012

Kommunismus in einem Schachtelsatz

Kommunismus ist im Grunde der Trugschluss, daß, wenn eine Gruppe von Menschen ein komplexes Hindernis-Parcours zu bewältigen hat, man ihnen die Augen verbinden, die Hände fesseln, volltrunken Anweisungen brüllen und, durch den Mangel an Fortschritt frustriert, den einen oder anderen gelegentlich als "Saboteur" erschießen sollte.

Samstag, 17. März 2012

Erkenne sie an ihren Früchten

Die meisten unserer kulturellen Gepflogenheiten und Regeln, besonders die ungeschriebenen, aber auch die expliziten, so etwa die kleinlichen Vorschriften des militärischen Lebens, die wir scheinbar mühelos befolgen können, erweisen sich für psychisch kranke, obdach- oder mittellose Menschen meist als zu heikel. Diese Regeln dienen als Filter für die enorm wichtige Aufgabe, solche Menschen zu erkennen und aus Positionen, in denen schlechte Entscheidungen katastrophale Folgen haben können, herauszuhalten. Und das Beste an diesen allgegenwärtigen Filtern ist, dass niemand sie jemals bewusst dafür entworfen hatte. Sie entstanden organisch und wurden selber aufgrund der Prämisse, wie gut sie uns helfen wichtige Dinge zu erkennen, gefiltert. Jede gescheiterte Ideologie  liebt es, von sich zu behaupten, dass die "echte" Version dieser Ideologie noch nie versucht worden ist. Aber das ist der gleiche Trugschluss, wie wenn einzelne Leute sagen, dass ihre Umwelt es nicht zulässt, dass sie ihr "wahres Ich" entdecken. Doch in Wirklichkeit ist ihr Verhalten die Wahrheit. Wie sie die  äußere Welt beeinflussen und auf ihre Reize reagieren, ist ihr „echtes“ Selbst, während ihr Selbstbild und die idealisierte Version von sich, welche sie in Ihrem Kopf herum tragen, eine private Fiktion ist. Die "Realität " jeder Ideologie besteht darin, wie sie sich tatsächlich auf der Straße zeigt und auf die Gesellschaft und die Menschen darin wirkt. Der „echte Kommunismus", der nie jemanden in die Gulags schickt und nur in den Köpfen einiger abgekapselter Akademiker existiert, ist total irrelevant für die Dissidenten, die die Realität hautnah erleben durften.

Freitag, 16. März 2012

Zuhause

"Schlichtes bürgerliches Glück wird von Aktivisten aller Art verachtet, die recht oft die Tiefe des Lebens selbst nicht wahrnehmen, die das Leben für eine Ansammlung von Aktivitäten halten. Gott gibt uns Sein Leben, nicht Ideen, Lehren und Regeln. Zuhause, wenn alles erledigt ist, beginnt das eigentliche Leben. Christus war heimatlos, nicht weil Er das schlichte Glück verachtete - Er hatte ja eine Kindheit, eine Familie, ein Zuhause - sondern weil Er überall in der Welt, die sein Vater als das `Zuhause´ des Menschen geschaffen hatte, zuhause war. `Friede sei mit diesem Haus´.“
Vater Alexander Schmemann `Aufzeichnungen 1973 - 1983´

Donnerstag, 15. März 2012

Tikkun Olam

Tikkun Olam*
(Ekaterinburg, Russland, 17. Juli 1918)

Sein Mund offen, als ob noch Fragen
fragend;
So liegt der Zar, am Ende seiner langen Herrschaft.
(Blaue Lippen fast kämpfend um es zu erklären,
gefangen in dem Zwischenreich letzter
Ausdrücke)

Die Zarin liegt ausgestreckt, Hände gekreuzt auf
ihrem beschmutzten Mieder.
Hinter ihr ruhen die abgestochenen Erben.
Blutpfützen umfließen juwelenbesetztes Starren.
Yurovsky steht über dem Haufen der Körper.

Ein Tschekist, geübt in der Kunst des Tötens,
lobt seine Männer, als sich der Pulverdampf verzieht.
Ihre Finger am Abzug aber bleiben gespannt und gekrümmt,

ihre Henkersaugen sind mehr als bereit-
sie alle, wie er, arme Jungs aus den Shtetln,
eifrig bemüht, die zerbrochene Welt zu heilen.

Leo Yankevich

*Hebräisch für „Die Heilung der Welt“




Der Plan

Dienstag, 14. Februar 2012

You are welcome

Die Moderne markiert das Ende eines Vorgangs, bei welchem die Seele von der natürlichen und übernatürlichen Wirklichkeit abgesondert wird. Der Modernismus ist das endgültige Sich-Einschließen des Geistes in einem gottlosen Traumland.

Mittwoch, 28. September 2011

Die letzte Revolution

„Ja, es gibt Hoffnung, mein Freund, denn wir sind noch hier, unser letztes Wort ist noch nicht gesprochen, unsere letzte Tat ist noch nicht getan, unsere letzte Revolution ist noch nicht gemacht. Diese letzte Revolution, die Revolution die unsere Revolutionäre krönen wird, wird die Revolution gegen die Revolutionäre zu sein.“

Oscar Levy

Montag, 19. September 2011

Spiegel Thema: Ein Papst lässt die Deutschen vom Glauben abfallen.

Von welchem Glauben lässt Herr Ratzinger die Deutschen denn abfallen? Vom Glauben daran, daß Gott obsolet geworden ist und man heute an den Klimawandel glaubt und Gender Mainstreaming und an alles andere, was vom Zeitgeist so vorgeben wird? Da ist der Herr Ratzinger doch sehr bemüht, den glaubensstarken Deutschen entgegen zu kommen. Er muß halt etwas Rücksicht nehmen, auf rückständige Regionen wie Afrika, Lateinamerika und Asien,  wo die Menschen weiterhin wegen so etwas wie Gott in die Kirchen strömen. Es wird noch ein wenig dauern, bis diese Armen im Geiste dort eine Glaubensfestigkeit auf deutschem bzw. europäischem Niveau erreichen. Es fehlt ihnen wahrscheinlich auch so etwas wie DER SPIEGEL, um ihre Bekehrung zum wahren Glauben voran zu treiben.

Mittwoch, 14. September 2011

Dämonen und „vernünftige“ Tiere

Ein Student, welcher „The World Set Free“ von H.G. Wells gelesen hatte, stellte die Behauptung des Professors in Frage, dass Wells die wahre Gabe der Prophetie besaß. „Wells sagte doch voraus“, widersprach der Student, „dass im zwanzigsten Jahrhundert die Zivilisation zerstört würde, aber wir sind hier im einundzwanzigsten Jahrhundert und die Zivilisation wurde nicht zerstört.“ Der Professor antwortete: „Wie sicher sind Sie, dass die Zivilisation das zwanzigste Jahrhundert überlebt hat?“
Thomas Bertonneau, The Brussels Journal

„Die Könige der Zukunft werden nur Marionetten in der Hand von Gruppierungen ohne Anführer, von Ungeheuern ohne Kopf sein, die niemanden anhören, der nicht aus ihren Kreisen stammt. Doch wer dort eintritt, wird ihr Gefangener.“
Monaldo & Sorti, Veritas

„Vater Zeus schuf ein drittes Geschlecht sprechender Menschen, ein bronzenes, in nichts dem silbernen vergleichbar: ein grausames, fürchterliches Geschlecht aus Eschen. Diesen war an Werken des Mars gelegen, Trauer brachten sie und jede Art von Gewalt; auch Getreide pflanzten sie nicht, sondern hatten ein diamantenes, hartes Herz, die Unzugänglichen.“
Hesiod, Werke und Tage

Sie sind Dämonen und „vernünftige“ Tiere, die den Kult des Menschen mit Menschenopfern feiern.

Donnerstag, 9. Juni 2011

Eine Frage der Veranlagung

„Es gibt Licht genug für die, welche nichts anderes wollen als sehen, und Dunkelheit genug für die, welche eine entgegengesetzte Veranlagung haben.“

Pensées, Pascal

Montag, 6. Juni 2011

Der neue Mensch, das große Tier

„Es ist gefährlich, den Menschen zu sehr merken zu lassen, wie sehr er den Tieren gleicht, ohne ihm seine Größe zu zeigen. Es ist auch gefährlich, ihn zu sehr seine Größe fühlen zu lassen, ohne ihm seine Niedrigkeit zu zeigen. Es ist noch gefährlicher, ihn über beides in Unkenntnis zu lassen. Aber es ist sehr vorteilhaft, ihm beides vor Augen zu stellen.“

„Der Mensch ist weder Engel noch Tier, und das Unglück will es, daß wer einen Engel aus ihm machen will, ein Tier aus ihm macht.“

Pensées, Pascal

Freitag, 3. Juni 2011

Am Anfang, am Ende und dazwischen: Realitätsverlust

„Für die deutschen 68er gilt abgewandelt dasselbe, was Alain Finkielkraut über seine französischen Generationsgenossen gesagt hat, einschließlich der jüdischen Aktivisten an ihrer Spitze: `Erschlagen von der gewaltigen Erinnerung an das, was wir nicht erlebt hatten, haben wir alles imitiert.´ So viel gab es in dieser windstillen Bonner Republik gar nicht zu erleben, um eine hasserfüllte Bewegungsenergie zu begründen und auszufüllen …“

„Vesper, Ensslin, Baader - Urszenen des deutschen Terrorismus“ Gerd Koenen

Donnerstag, 2. Juni 2011

Die Süßigkeit des Ruhmes

„Die Eitelkeit ist so tief im Herzen des Menschen verankert, daß ein Soldat, ein Troßbube, ein Koch, ein Lastträger sich rühmt und seine Bewunderer haben will; und die Philosophen selbst wollen welche haben; und die, welche dagegen schreiben, wollen den Ruhm haben, gut geschrieben zu haben; und die es lesen, wollen den Ruhm haben, es gelesen zu haben; und ich, der ich dieses schreibe, habe vielleicht auch dieses Verlangen; und jene, die es lesen werden …“

„Wir sind so anmaßend, daß wir von der ganzen Welt gekannt sein wollen, sogar von denen, die kommen werden, wenn wir nicht mehr sind. Und wir sind so eitel, daß die Achtung von fünf oder sechs Personen, die uns umgeben, uns ergötzt und befriedigt.“

Pensées, Pascal

Mittwoch, 1. Juni 2011

Der Krieg in uns

„Dieser innere Krieg der Vernunft gegen die Leidenschaft hat bewirkt, daß die, welche den Frieden wollen, sich in zwei Sekten geteilt haben. Die einen haben den Leidenschaften entsagen und Götter werden wollen; die anderen haben der Vernunft entsagen und Tiere werden wollen. Aber sie haben es nicht vermocht - weder die einen noch die anderen; und noch immer ist die Vernunft da und klagt die Niedrigkeit und Ungerechtigkeit der Leidenschaften an und stört die Ruhe derer, die sich an diese verlieren; und die Leidenschaften sind noch immer lebendig in jenen, die ihnen entsagen wollen.“

Pensées, Pascal

Dienstag, 31. Mai 2011

Stehen. Bleiben.

„Wenn alles sich in gleicher Weise bewegt, bewegt sich scheinbar nichts, wie in einem Schiff. Wenn alle der Maßlosigkeit entgegentreiben, scheint keiner dahinzutreiben. Wer stehenbleibt, macht wie ein fester Punkt die ungestüme Bewegung der anderen wahrnehmbar.“

Pensées, Pascal

Montag, 30. Mai 2011

Die größte Schande

„Es gibt nur eine Schande: keine zu fühlen. Durch nichts verrät sich die äußerste Geistesschwäche mehr, als wenn man nicht erkennt, wie groß das Elend des Menschen ohne Gott ist; nichts ist bezeichnender für eine böse Veranlagung des Herzens, als wenn man die Wahrheit der ewigen Verheißungen nicht wünscht; nichts ist so feige, als gegen Gott den Tapferen zu spielen. Sie mögen also diese Lästerungen denen überlassen, die böse genug veranlagt sind, um ihrer wirklich fähig zu sein; sie sollen wenigstens anständige Menschen sein, wenn sie schon keine Christen sein können, und sie sollen endlich anerkennen, daß es nur zwei Arten von Menschen gibt, die man vernünftig nennen kann; jene, die Gott von ganzem Herzen dienen, weil sie ihn erkennen, oder jene, die ihn von ganzem Herzen suchen, weil sie ihn nicht erkennen.“

Pensées, Pascal

Die traurigste Sache der Welt

„Behaupten sie, uns eine große Freude zu machen, wenn sie uns sagen, daß sie unsere Seele nur für ein wenig Wind und Rauch halten, und es noch dazu mit einem stolzen und zufriedenen Ton in ihrer Stimme sagen? Sagt man denn so etwas fröhlich? Müßte man nicht im Gegenteil so etwas traurig sagen, wie die traurigste Sache der Welt?“

Pensées, Pascal

Freitag, 25. Februar 2011

Und der Gewinner ist ...

Bei jedem Zusammenstoß zwischen den Gesetzen der Regierung und den Gesetzen der Arithmetik gewinnt Arithmetik.